Himmelkron und die Bayreuther Markgrafen

Foto: Roland Grunert-Held, Veitshöchheim - Die Himmelkroner Fürstengruft mit den Särgen von Markgraf Georg Friedrich Karl (1688 - 1735) rechts und links daneben Markgraf Friedrich Christian (1708 - 1769)

Er regierte sein Fürstentum Bayreuth-Brandenburg 57 Jahre, nahm an den Türkenkriegen teil, gründete in Bayreuth ein Gymnasium, in Erlangen legte er die Neustadt für die vertriebenen Hugenotten an, seine Tochter Christiane Eberhardine wurde mit dem sächsischen Kurfürst August dem Starken verheiratet. Die Rede ist von Markgraf Christian Ernst (1655-1712) von Bandenburg-Bayreuth, welcher besonders auch für Himmelkron prägend war. So weht noch heute auf der Turmspitze der Stiftskirche sein Zeichen auf der Wetterfahne: Der Brandenburgische Rote Adler mit der Jahreszahl 1698, dem Jahr des Neugestaltung der ehemaligen Klosterkirche. Im Chorbogen wurde sein großes Staatwappen angebracht und über dem Portal sein Monogramm. Gleichzeitig legte der den Grundstein für einen Schlossneubau. Die Anlage einer barocken Spielanlage geht auf ihn zurück: die Baille-Maille-Lindenalle. Sein Sohn, Georg Wilhelm (1678-1726), vollendete den Schlossneubau, gründete den Roten-Adler-Orden für Redlichkeit und Aufrichtigkeit und stattete dafür den gleichnamigen Saal im Schloss prächtig aus. In seinem Auftrag erstellte der Bayreuther Baumeister Elias Räntz den Kanzelaltar für die Himmelkroner Stiftskirche.

Der Nachfolger, Markgraf Georg Friedrich Carl (1688-1735) legte die Fürstengruft in der Ritterkapelle an. In den Memoiren seiner berühmten Schwiegertochter Wilhelmine, Königstocher aus Preußen, finden sich nicht immer schmeichelhafte Passagen über ihn. Himmelkron war sein Lieblingsaufenthalt - dort ist er auch beigesetzt. Nur wenigen ist bekannt, dass seine Enkeltochter die bekannte Anna Amalie, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, war. Sein Sohn und Nachfolger Friedrich (1711-1763) weilte mehrfach mit seine Ehefrau Wilhelmine und dem Hofstaat in der markgräflichen Sommerresidenz am Weißen Main. Zahlreiche Briefe von Wilhelmine an ihren geliebten Bruder in Potsdam berichten davon. Unter ihrer Regentschaft wurden der Schlosshof und das Pfarrhaus erweitert - in der Allee wurde eine Menagerie und eine neue Brücke über den Weißen Main angelegt - leider wurden aber auch die drei Kreuzgangflügel abgebrochen. Nachdem er keine männlichen Nachfahren hatte, übernahm sein Onkel Friedrich Christian (1708-1769) die Regentschaft.  Zurückgezogen hält er sich mehrfach in Himmelkron auf - als letzer Markgraf von Bayreuth wird er auch in der Fürstengruft beigesetzt. Im Stiftskirchenmuseum befindet sich noch das große Vortragekreuz, welches bei der Beisetzung der beiden Bayreuther Markgrafen in Himmelkron benutzt wurde. 

Mit dem darauffolgenden Markgraf Alexander (1736 - 1791), welcher die beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth in Personalunion regierte, endet schließlich die Markgrafenzeit, welche insgesamt auch Himmelkron stark prägte.