Kläranlage Himmelkron
Sauberes Wasser für Mensch und Umwelt
Die Gemeinde Himmelkron betreibt eine eigene moderne Abwasserbehandlungsanlage und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz und zur Reinhaltung des Weißen Mains.
Die Kläranlage ist für 11.000 Einwohnergleichwerte (EGW) ausgelegt und wird derzeit mit rund 5.300 Einwohnergleichwerten belastet. Die anfallenden Abwassermengen stammen aus Haushalten, Gastronomie, Tourismus und Gewerbe. Zum Entsorgungsnetz gehören außerdem rund 50 Kilometer Kanalnetz, sechs Regenüberlaufbecken und ein Pumpwerk.
Vom Abwasser zu sauberem Wasser
Die Abwasserreinigung in Himmelkron
Zunächst wird das Abwasser durch ein Einlaufhebewerk angehoben, damit es die gesamte Anlage ohne weitere Pumpen im freien Gefälle durchlaufen kann. Vier Kreiselpumpen fördern dabei bis zu 360 m³ Abwasser pro Stunde.
In der Rechenanlage werden Grobstoffe wie Papier, Hygieneartikel oder andere Feststoffe aus dem Abwasser entfernt. Nach der Reinigung und Entwässerung wird das Rechengut der thermischen Verwertung zugeführt.
Anschließend durchläuft das Abwasser den Sandfang. Hier werden Sand und andere mineralische Bestandteile abgeschieden, um Ablagerungen und Verschleiß in den nachfolgenden Anlagenteilen zu vermeiden. Der gereinigte Sand kann anschließend beispielsweise im Straßen- oder Rohrleitungsbau verwendet werden.
In der biologischen Reinigungsstufe übernehmen Mikroorganismen die Hauptarbeit. Sie bauen organische Stoffe sowie Stickstoff- und Phosphorverbindungen ab.
Durch gezielte Wechsel zwischen sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Bereichen werden natürliche biologische Prozesse genutzt: Ammonium wird zunächst zu Nitrit und anschließend zu Nitrat umgewandelt (Nitrifikation). Danach wird das Nitrat unter sauerstoffarmen Bedingungen zu gasförmigem Stickstoff reduziert (Denitrifikation), der in die Atmosphäre entweicht.
Zur weiteren Reinigung kann Phosphat durch die Zugabe von Metallsalzen gezielt aus dem Abwasser entfernt werden. Dadurch wird eine Überdüngung der Gewässer (Eutrophierung) verhindert und der Sauerstoffhaushalt geschützt. Gleichzeitig werden auch Teile des Mikroplastiks im Klärschlamm gebunden.
Im Nachklärbecken werden Wasser und Schlamm voneinander getrennt. Der Schlamm wird abgezogen, während das gereinigte Wasser nach einer Aufenthaltszeit von rund 60 Stunden die Kläranlage verlässt und in den Weißen Main eingeleitet wird.
Reststoffverwertung (Der Klärschlamm)
Bei der biologischen Abwasserreinigung vermehren sich die Mikroorganismen ständig. Der dabei entstehende Überschussschlamm wird regelmäßig aus dem Belebungsbecken entnommen, gesammelt und zu Klärschlamm stabilisiert.
Bis zum Jahr 2005 wurde der Klärschlamm landwirtschaftlich verwertet. Aus umwelthygienischen Gründen entschied sich die Gemeinde Himmelkron gemeinsam mit den örtlichen Landwirten für den Ausstieg aus dieser Verwertungsform. Die anschließende Fremdentsorgung führte zu deutlich höheren Kosten.
Um die Entsorgung langfristig wirtschaftlich und nachhaltig zu gestalten, wurde im Jahr 2009 eine solare Klärschlammtrocknungsanlage errichtet. Da Klärschlamm zu rund 98 % aus Wasser besteht, wird er zunächst mechanisch entwässert und anschließend mithilfe der Sonnenenergie auf einen Trockenrückstand von etwa 70 % getrocknet. Dadurch reduziert sich die zu entsorgende Menge um rund zwei Drittel.
Der getrocknete Klärschlamm wird anschließend thermisch verwertet. Neben der Energiegewinnung bietet dieses Verfahren die Möglichkeit, den wertvollen Rohstoff Phosphor zurückzugewinnen. Phosphor ist ein unverzichtbarer Nährstoff für die Landwirtschaft und eine begrenzte natürliche Ressource. Damit leistet die Gemeinde Himmelkron einen wichtigen Beitrag zu Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.